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Vortrag auf der Social Media Week Hamburg

Ich habe gestern auf der Social Media Week Hamburg über offenen Journalismus gesprochen.


Die Folien zu meinem auf Vorarbeit von Daniel Bröckerhoff beruhenden Vortrag gibt es hier nachzulesen.

“Open Journalism” auf der SMW HH

Am Freitag, 21. Februar, spreche ich im Rahmen der Social Media Week Hamburg auf Einladung von Vocer zum Thema “Open Journalism – was kann das?”.

Stichwort Offenheit: Wie man an der URL noch sehen kann, war zunächst der Kollege Daniel Bröckerhoff angefragt. Die Veranstaltung findet um 13:30 Uhr in der Macromedia Hochschule statt – und es gibt noch Plätze.

Ein Wortlaut-Protokoll in 6 Variationen

Natürlich, Journalisten sind keine Stenographen und im Print-Journalismus ist das sprachliche Glätten von Zitaten Alltag. Aber es ist schon faszinierend, wie deutlich bei verschiedenen Medien die wörtliche Wiedergabe eines offenbar sehr einprägsamen Zusammenstoßes zwischen dem Vater des toten NSU-Terroristen Uwe Mundlos und dem Vorsitzenden Richter Götzl im Detail voneinander abweicht.

tagesschau.de:

Als Götzl ihn laut zurechtweist, wird Mundlos patzig und verlangt nicht nur als Doktor, sondern auch als Professor angeredet zu werden.

Süddeutsche.de:

Mundlos nennt Götzl später auch noch “arrogant”, und im Übrigen möchte er bitte mit “Herr Professor” angesprochen werden. Götzl bleibt jedoch bei der Anrede “Herr Doktor Mundlos”.

Stern.de:

“Sie könnten mich ruhig Professor Mundlos nennen.” Götzls Reaktion: “Nein, ich nenne sie Doktor Mundlos, ich nenne Sie bei Ihrem Namen.”

FAZ:

“Sie müssen mich Professor Mundlos nennen.“ – „Nein, das muss ich nicht Herr Dr. Mundlos.“ – „Doch das müssen Sie, ich bin durchaus berechtigt, den Titel noch zu führen.“

Spiegel Online:

Mundlos erbost: “Was fällt Ihnen ein, mich so anzugehen? Sie können mich ruhig Professor Mundlos nennen!”
“Ich nenne Sie Dr. Mundlos, das ist Ihr Name!”
Mundlos nennt Götzl später auch noch “arrogant”, und im Übrigen möchte er bitte mit “Herr Professor” angesprochen werden. Götzl bleibt jedoch bei der Anrede “Herr Doktor Mundlos”.

Welt:

“Nennen Sie mich gefälligst Professor Mundlos.” Götzl verweigert das, bleibt beim “Doktor”. Und wird prompt vom emeritierten Professor als arrogant bezeichnet.

Die Zeit geht auf diesen Teil des Wortwechsels gar nicht näher ein, die taz konzentriert sich auf den inhaltlichen Teil der Zeugenaussage.

Nachtrag
Das SZ-Magazin hat in Heft 1/2014 ein ausführliches Wortprotokoll großer Teile des Prozesses veröffentlicht. Die Szene darin: (gleiche Autoren wie sueddeutsche.de)

Götzl: Wieso haben Sie das nicht mit Ihrem Sohn besprochen?
Mundlos: Sie sind ein Klugsch…
Götzl: (Unterbricht.) Was fällt Ihnen ein! Mich so anzugehen! Noch einmal, und Sie müssen mit Ordnungsmitteln rechnen, Herr Doktor Mundlos.
Mundlos: Sie dürfen mich ruhig Professor nennen.

Was bedeuten Buzzfeed & Co für den Journalismus?

Daniel Bröckerhoff hat darüber für ZAPP einen Film gemacht. Und zusammen haben wir 8 Dinge, die Journalisten von BuzzFeed lernen können (und drei Sachen, die sie sich besser nicht abgucken) aufgeschrieben.

Nicht vorenthalten möchte ich dann aber zwei herausragende BuzzFeed-Beiträge der letzten Zeit, die so dann doch nicht überall stehen könnten:

Guardian bereitet NSA-Affäre im Snowfall-Stil auf

Bildschirmfoto: Snowfall-Onepager zu Snowden-Enthüllungen beim Guardian

Warum sich anderem von dem Multimedia-Feature “NSA Files: Decoded” eine Scheibe abschneiden können, habe ich bei onlinejournalismus.de aufgeschrieben.

Scoopcamp, C3S, Topfvollgold, Musik und Big Data

Ein paar nachgetragene Beiträge von mir aus den letzten Wochen:

Leistungsschutzrecht “vorerst” in der Versenkung

Mehr bei ZAPP.