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Rügen des Presserrats: „Bild“ wieder ganz vorn

Zum Jahresende habe ich die 2015 vom Deutschen Presserat ausgesprochenen Rügen und die Langzeitdaten ausgewertet:

Die „Bild“ kassierte 2015 ein knappes Viertel der insgesamt 35 ausgesprochenen Rügen – und liegt damit leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre, wie die ZAPP-Auswertung der Rügen seit 1986 zeigt. In manchen Jahren machten die Rügen für „Bild“ mehr als ein Drittel, 1994 und 1996 sogar fast die Hälfte aller insgesamt erteilten Rügen aus.

Wie Online-Redaktionen Nutzer nerven

Pop-Up-Banner sind quasi seit ihrer Einführung die anerkannt größte Pest der Online-Werbung. Trotzdem setzen meiner Beobachtung nach seit einiger Zeit auch Online-Redaktionen selbst solche Pop-Ups ein – nicht im Kundenauftrag, sondern als Marketingmaßnahme in eigener Sache. Begegne ich im Netz einem interessanten Link, öffne ich diesen oft in einem neuem Browser-Tab oder Fenster, um mich damit nachher in Ruhe zu befassen. Oder ich lasse einen Artikel nach dem Lesen geöffnet, um später noch etwas nachzuschauen.

Während der Artikel brav auf mich warten soll, setzt allerdings sich allerdings ein unheilvoller Mechanismus in Gang. Der zählt die Millisekunden, in denen ich in den Mauszeiger im Fenster nicht bewegt habe. Ist eine bestimmte Zeit vergangen, bekomme ich ein Pop-Up eingeblendet, das je nach Website und Programmieren  „Inactivity layer“, „inactity note“ oder „timedout article“ heißt.

Darüber rege ich mich mal so richtig auf – nebenan bei ZAPP.

Chaos Communication Congress

Caroline Sinders auf dem 32C3

Caroline Sinders auf dem 32C3

Das war es schon wieder mit dem Chaos Communication Congress. Während der Konferenz habe ich in Kollegengesprächen unter anderem bei SWR 1, Funkhaus Europa, WDR 5, Tagesschau 24 (Video Teil 1, Teil 2) und natürlich NDR Info und NDR.de berichtet.

32C3: Gated Communities

Mein Auftaktbericht zum 32. Chaos Communication Congress in Hamburg:

„Steckt die Köpfe nicht nur in die Tastatur!“ (NDR.de)

Kommentar: Das unbelegte Sicherheitsversprechen Vorratsdatenspeicherung

Bei NDR Info durfte ich am Freitag die Verabschiedung des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung kommentieren:

Da ist sie also wieder: die Vorratsdatenspeicherung. Ein Sicherheits-Placebo, den uns schwarz-rote Innenpolitiker jahrelang versprochen hatten – gegen den Rat vieler Fachleute.

Denn es fehlen immer noch Nachweise dafür, ob die flächendeckende Speicherung von Telefon- und Internet-Daten wirklich einen nennenswerten Beitrag zur Verbrechensaufklärung leistet. (mehr)

Was tun bei Identitätsdiebstahl im Netz?

Aus Anlass der Recherchen der Kollegen von NDR Info habe ich letzte Woche Tipps und Tricks zusammengefasst, wie man Identitätsdiebstahl im Netz vorbeugen kann (soweit das überhaupt geht) und was man tun soll, wenn man wirklich zum Opfer geworden ist.

  • Wie erfahre ich, dass jemand meinen Namen im Internet missbraucht?
  • Welche Arten von Identitätsdiebstahl im Internet gibt es?
  • Wie häufig kommt Identitätsdiebstahl im Netz vor?
  • Wie kommen Täter an die Daten von anderen Personen?
  • Wie kann ich mich schützen?
  • Was kann ich tun, wenn ich Opfer von Identitätsdiebstahl werde?

Ganz kurz erläutere ich das auch noch einmal im O-Ton für die Netzreporter-Rubrik der Tagesschau.

Merkwürdige Vermehrung der Hamburger Fahrradhäuschen

Zwölfeckiges Fahrradhäuschen in Hamburg-Eimsbüttel | Foto: Fiete Stegers

Von der Stadt geförderte Fahrradunterstellmöglichkeit: Fahrradhäuschen vom Typ "Ottensen"


Vor einiger Zeit hatte ich mich aus persönlichem Interesse mit der Entwicklung der Zahl der Fahrradhäuschen in Hamburg beschäftigt. Meiner Meinung nach ein Vorzeigeprojekt – das in der Praxis aber trotz des Senats-Bekenntnisses „Hamburg wird Fahrradstadt“ eher stagniert, weil Anträge und Genehmigungen zurückgehen. Umso erstaunter war ich jetzt über die Statistik der vorhandenen Fahrradhäuschen im jüngst veröffentlichten Fortschrittsbericht Radverkehr 2015. Das Kapitel zu Fahrradhäuschen dort ist nahezu wortgleich mit demjenigen aus dem Vorgängerbericht von 2013 (gekürzt allerdings um den Abschnitt, in dem es um eine vom VCD zum Thema erstellte Broschüre geht). In der Statistik wurden die Zahlen der neuen Fahrradhäuschen für 2013 und 2014 in den sieben Hamburger Bezirken ergänzt.

Jahr M A E N W B H Summe
2011 2 1 10 0 0 0 0 13
2012 1 1 7 0 0 0 0 9
Summe 12 95 180 52 0 0 0 339
Jahr M A E N W B H Summe
2011 2 1 10 0 0 0 0 13
2012 1 1 7 0 0 0 0 9
2013 0 0 1 0 0 0 0 1
2014 1 1 1 0 0 0 0 3
Summe 19 101 220 53 1 0 0 392

Addiert man diese zum Stand des alten Berichts und vergleicht das Ergebnis mit der Gesamtzahl des neuen Berichts, stellt man fest, dass im Bericht 2015 plötzlich 49 zusätzliche Häuschen in der Statistik auftauchen.

2013 0 0 1 0 0 0 0 1
2014 1 1 1 0 0 0 0 3
Zwischensumme 1 1 2 0 0 0 0 4
Bericht 2013 12 95 180 52 0 0 0 339
addiert 13 96 182 52 0 0 0 343
Bericht 2015 19 101 220 53 1 0 0 392
Differenz der Berichte 6 5 38 1 1 0 0 49

Mit den mir bei meiner früheren Recherche von den Bezirken genannten Zahlen stimmt es auch nur teilweise überein. Irgendwo muss also ein Fehler unterlaufen sein.