Archive for the 'Veröffentlichungen' Category

Meine Berichte von der rpTEN

Mit den Verlagen bekriegt sich Adblock Plus vor Gericht. Jetzt verspricht der Werbeblocker die Lösung für Kreative und Konsumenten zugleich und verbündet sich mit dem Bezahldienst Flattr (ZAPP, NDR Info).

Er war Krisen-Reporter und TV-Moderator. Jetzt erzählt Mark Little eine neue Geschichte: Warum sein Arbeitgeber Twitter für Journalisten so großartig sei – trotz Facebook (ZAPP).

Beantwortet: Wer sind die Kinder auf dem von Erika Steinbach gewitterten Bild?

(English version below)
Meine Recherche mit Crowdsourcing-Aufruf war erfolgreich: Ich habe die Personen auf einem im Internet verbreiteten Bild identifiziert, mit dem in Foren, sozialen Netzwerken und auf rechten Websites Angst vor Überfremdung in Europa geschürt wird – ohne Wissen und Erlaubnis der abgebildeten Personen. Aufsehen hatte das Bild dadurch erregt, dass es in Form einer Montage mit dem Text „Deutschland 2030 – Woher kommst du denn?“ unter anderem von der CDU-Politikerin Erika Steinbach auf Twitter verbreitet wurde.

Quelle des Original-Fotos gefunden

Es handelt sich um ein Foto aus einem Kinderheim in Chennai in Südindien, entstanden während des Indien-Urlaubs einer australischen Familie. Deren damals 18 Monate alter Sohn ist das blonde, westlich aussehende Kind in der Bildmitte, wie mir die Familie bestätigte. Die Eltern hatten das Bild im Januar 2012 auf einer Fotoplattform gepostet.

Die Betroffenen sind entsetzt, wie sie im Interview für meinen Beitrag beim NDR Medienmagazin ZAPP (hier das Sendungsvideo) sagten.

Die Geschichte des Fotos wurde auf Basis meiner Recherche unter anderem von „Spiegel Online“ sowie zahlreichen weiteren Medien aufgegriffen.

Mehr zur Recherche im Tagesschau-Interview

Den Verlauf meiner Recherche und die Reaktion von Familie und Waisenhaus habe ich auch in einem zweiteiligen Video-Interview für die Facebook-Seite der Tagesschau beschrieben.

Live-Chat: Die Geschichte hinter dem umstrittenen Twitter-Foto von Erika Steinbach. NDR-Reporter Fiete Stegers hat die Urheber des Fotos gefunden.+++Update: Unser Live-Chat ist beendet. Weitere Infos seiner Recherche finden Sie hier: www.ndr.de/nachrichten/netzwelt/Ausgegraben-Der-Ursprung-des-Steinbach-Bildes,twitterbild120.html

Posted by tagesschau on Thursday, March 24, 2016

Live-Chat #2: Die Geschichte hinter dem umstrittenen Twitter-Foto von Erika Steinbach. NDR-Reporter Fiete Stegers hat die Urheber des Fotos gefunden.+++Update: Unser Live-Chat ist beendet. Weitere Infos zur seiner Recherche finden Sie hier: www.ndr.de/nachrichten/netzwelt/Ausgegraben-Der-Ursprung-des-Steinbach-Bildes,twitterbild120.html

Posted by tagesschau on Thursday, March 24, 2016

Wer mitgeholfen hat

Mein Dank für die Unterstützung der Suche nach der ursprünglichen Quelle des Bildes geht an: Sebastian Lasse (Auslöser), Jürgen Webermann und das ARD-Hörfunkstudio Neu-Delhi, Christian Spielkamp, Merlin Schrader, Manuel Daubenberger, Christoph Heinzle und mehrere andere NDR-Kollegen, Eric Hennekam (der bereits seit 2012 nach dem Fotografen gesucht hatte und seine Recherchergebnisse teilte) und Henk van Ess aus den Niederlanden, Roman Mischel, Stephan Fritsch sowie allen anderen, die Hinweise gegeben oder den Suchaufruf weiterverbreitet habe.

The original source of a picture abused for racial smear on the net

Maybe you have seen the image, showing a little child with curly blonde hair and number of elder, Indian looking children. It has been in use on the internet for years to stir fear of a „migrant takeover“ across websites and social networks in different European countries by adding captions such as „Italia 2030“, „Sverige 2030“, „Nederland 2030“, „Россия 2050“ (sic), implying that these country would have majority of dark-skinned inhabitants by then.

In Germany, it let to political controversy when Christian Democratic MP Erika Steinbach tweeted the image accompanied by text saying „Germany 2030. And where are you from?“, earning widespread criticism from people considering this racist, even within her own party.

Both the Australian family whose holiday picture used as well as the children’s home in Chennai where the picture was taken were shocked when they learned through my research how their picture was used.

Here’s my story in German for public broadcaster NDR, my employer. Here’s a rough Google translation of the article.

Searching for the source

I had assumed that neither Steinbach or anyone else before had asked the creator of the image or the children depicted if they are okay with it. So I tried to find the original source of the picture. I tracked it down to a few „picture dumps“, collecting funny or awe-inspiring photographs. From, there, it seems to have spread internationally. Mostly to illustrate themes such as „India“ or „culture shock“ – but quite quickly it was also missused.

Yet the original source remained a mystery. Meanwhile, I had added a crowdsourcing effort to my research. A number of people said they vaguely remembered seeing the image in article or documentary film about albinos in India (which I considered unlikely) or a family traveling the world, so I followed a number of leads there which turned out to be false.

But in the end, a user tipped me off to a Russian language forum. There, the picture was posted in including the link to what appeared to be the original posting in the user’s section of an American magazine.

The person who uploaded the picture did not seem to be an active user there, but through another channel I managed to finally get in touch with him and his wife in Australia who told me that the blonde boy on the picture was indeed their son.

Also, the manager of the the children’s home in Chennai confirmed that these were indeed some of their students.

Studiogast zu 15 Jahre Wikipedia

Kristina zur Mühlen hat bei tagesschau24 ein Gespräch mit mir über den 15. Geburtstag der Wikipedia geführt (Video).

(Einen der meiner Meinung nach gelungensten Beiträge zu diesem Thema haben übrigens meine Ex-Kollegen von tagesschau.de geliefert – einen Artikel in Wikipedia-Aufmachung.)

Rügen des Presserrats: „Bild“ wieder ganz vorn

Zum Jahresende habe ich die 2015 vom Deutschen Presserat ausgesprochenen Rügen und die Langzeitdaten ausgewertet:

Die „Bild“ kassierte 2015 ein knappes Viertel der insgesamt 35 ausgesprochenen Rügen – und liegt damit leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre, wie die ZAPP-Auswertung der Rügen seit 1986 zeigt. In manchen Jahren machten die Rügen für „Bild“ mehr als ein Drittel, 1994 und 1996 sogar fast die Hälfte aller insgesamt erteilten Rügen aus.

32C3: Gated Communities

Mein Auftaktbericht zum 32. Chaos Communication Congress in Hamburg:

„Steckt die Köpfe nicht nur in die Tastatur!“ (NDR.de)

Kommentar: Das unbelegte Sicherheitsversprechen Vorratsdatenspeicherung

Bei NDR Info durfte ich am Freitag die Verabschiedung des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung kommentieren:

Da ist sie also wieder: die Vorratsdatenspeicherung. Ein Sicherheits-Placebo, den uns schwarz-rote Innenpolitiker jahrelang versprochen hatten – gegen den Rat vieler Fachleute.

Denn es fehlen immer noch Nachweise dafür, ob die flächendeckende Speicherung von Telefon- und Internet-Daten wirklich einen nennenswerten Beitrag zur Verbrechensaufklärung leistet. (mehr)

Was tun bei Identitätsdiebstahl im Netz?

Aus Anlass der Recherchen der Kollegen von NDR Info habe ich letzte Woche Tipps und Tricks zusammengefasst, wie man Identitätsdiebstahl im Netz vorbeugen kann (soweit das überhaupt geht) und was man tun soll, wenn man wirklich zum Opfer geworden ist.

  • Wie erfahre ich, dass jemand meinen Namen im Internet missbraucht?
  • Welche Arten von Identitätsdiebstahl im Internet gibt es?
  • Wie häufig kommt Identitätsdiebstahl im Netz vor?
  • Wie kommen Täter an die Daten von anderen Personen?
  • Wie kann ich mich schützen?
  • Was kann ich tun, wenn ich Opfer von Identitätsdiebstahl werde?

Ganz kurz erläutere ich das auch noch einmal im O-Ton für die Netzreporter-Rubrik der Tagesschau.