Archive for the 'Medien' Category

Umstrittenes Interview: WDR „ein bisschen pro Regierung“?

Das Interview eines niederländischen Regionalradios mit einer freien Journalistin, die für den WDR arbeitet, sorgt für Aufregung.

Steht das irgendwo? Bekommen Sie eine Anweisung per Mail “So müssen Sie berichten”?

Im Prinzip nicht. Aber wir sind öffentlich-rechtlicher Rundfunk, das heißt, es gibt verschiedene Kommissionen, die bestimmen, wie unser Programm aussehen soll. Und wir sind natürlich schon angewiesen, (das) ein bisschen pro-Regierung zu tun.

Ich habe die gesamte Passage des auf Niederländische geführten Interviews transkribiert und übersetzt.

In einer Pressemitteilung des WDR äußert sich die Journalistin später wie folgt:

Ich habe an dieser Stelle Unsinn geredet. Unter dem Druck der Live-Situation in der Talkrunde habe ich totalen Quatsch verzapft. Mir ist das ungeheuer peinlich. Denn ich bin niemals als freie Journalistin aufgefordert worden, tendenziös zu berichten oder einen Bericht in eine bestimmte Richtung zuzuspitzen.

 

Rügen des Presserrats: „Bild“ wieder ganz vorn

Zum Jahresende habe ich die 2015 vom Deutschen Presserat ausgesprochenen Rügen und die Langzeitdaten ausgewertet:

Die „Bild“ kassierte 2015 ein knappes Viertel der insgesamt 35 ausgesprochenen Rügen – und liegt damit leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre, wie die ZAPP-Auswertung der Rügen seit 1986 zeigt. In manchen Jahren machten die Rügen für „Bild“ mehr als ein Drittel, 1994 und 1996 sogar fast die Hälfte aller insgesamt erteilten Rügen aus.

Greenwald in Hamburg – Zuckerberg in Berlin?

Für NDR.de berichte ich über einen Auftritt von Glenn Greewald in Hamburg: „Mit NSA-Dokumenten im Rucksack an der Obsttheke“. (Daniel Bröckerhoff hat Greenwald für ZAPP noch zur Debatte Journalismus vs. Aktivismus befragt).

Und schon vorher habe ich mich gefragt, was es soll, Zuckerberg auf die Liste möglicher Zeugen für den NSA-Ausschuss in Berlin zu setzen: Ein Ablenkungsmanöver?

Auftakt zur Republica 2014: Das verflixte achte Jahr

Ist die Internetkonferenz „re:publica“ noch ein kuscheliges Blogger-Klassentreffen wie zu Anfangszeiten? Natürlich schon lange nicht mehr. 6000 Menschen kommen, inklusive David Hasselhoff. Will ich mit dem auf einer Stufe stehen? Über das verflixte achte Jahr der Veranstaltung schreibe ich aus Außensperspektive für ZAPP.

Freitag-Blogger „Siegstyle“ spricht von der „Quatschbude der Nation“ und sieht die „re:publica“ schon auf dem Weg zum lästigen Pflichtermin wie die CebIT. Das sehe ich nicht ganz so, aber in Sachen Lobo-Effekt (viel Reden, viel Verpuffung) hat er recht, das wollte ich in meinem ZAPP-Text ursprünglich auch erwähnen.

Thomas Knüwer regt sich (natürlich) wieder über die lieben Kollegen auf und zaubert einen trockenen Text über die kommende re:publica-Berichterstattung – „zusammengestellt aus Originalartikeln klassischer Medien von 2007 – 2013“. Einen Seitenhieb auf den „täglichen Technik-Hass des deutschen Journalismus“ wird er auch noch los. Trotzdem lesenswert.

Lesenswert auch diese Einführung für Neueinsteiger: Was passiert auf der #rp14, wo gehe ich hin. Diese Auswahl empfehlen die Veranstalter selbst.

Und hier gibt es die Übersicht über die Livestreams und Videos von der Konferenz.

Verschwörungstheorie im Namen von Anonymous

Egal ob „Spiegel“, „Bild“ oder die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF – seit Montagabend sehen sich viele große deutsche Medien mit der Kritik erboster Bürger konfrontiert: Vor allem via Facebook, aber auch per E-Mail und Telefon erreichten die Redaktionen massenweise Beschwerden über das angebliche Totschweigen von Protestveranstaltungen, die als „Montagsdemonstrationen“ in mehreren deutschen Städten stattfanden.

Mein Artikel dazu bei ZAPP, außerdem bin ich als Gesprächsgast im Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“ auf WDR 5. Das der Unmut über die Berichterstattung der deutschen Medien breiter ist als die Verschwörungstheoretiker-Ecke, beschreibt dieser ZAPP-Beitrag.

„Open Journalism“ auf der SMW HH

Am Freitag, 21. Februar, spreche ich im Rahmen der Social Media Week Hamburg auf Einladung von Vocer zum Thema „Open Journalism – was kann das?“.

Stichwort Offenheit: Wie man an der URL noch sehen kann, war zunächst der Kollege Daniel Bröckerhoff angefragt. Die Veranstaltung findet um 13:30 Uhr in der Macromedia Hochschule statt – und es gibt noch Plätze.

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