Archive for the 'Themen' Category

Vortrag auf der Social Media Week Hamburg

Ich habe gestern auf der Social Media Week Hamburg über offenen Journalismus gesprochen.


Die Folien zu meinem auf Vorarbeit von Daniel Bröckerhoff beruhenden Vortrag gibt es hier nachzulesen.

“Open Journalism” auf der SMW HH

Am Freitag, 21. Februar, spreche ich im Rahmen der Social Media Week Hamburg auf Einladung von Vocer zum Thema “Open Journalism – was kann das?”.

Stichwort Offenheit: Wie man an der URL noch sehen kann, war zunächst der Kollege Daniel Bröckerhoff angefragt. Die Veranstaltung findet um 13:30 Uhr in der Macromedia Hochschule statt – und es gibt noch Plätze.

Quengelnde Sportjournalisten auf Twitter

Bei Zapp: Länder, Sitten, Sotschi und die Journalisten

Die Entdeckung der Klobürste – aber wer ist der Erfinder?

Am Dienstag wunderte ich mich über eine Szene in einem Beitrag des ARD-Nachtmagazins über das Hamburger Gefahrengebiet. Sie zeigte die Durchsuchung eines mit erhobenen Mannes an ein Polizeifahrzeug gestellten Mannes am Montagabend:

 

Gekreuzte Klobürsten am Yoko Mono

Auf Twitter war ich damit laut Topsy einer der ersten, soweit sich das nachhalten lässt.
Den weiteren Weg der Klobürste zum Internet-Mem und Protestsymbol im Gefahrgebiet habe ich im ZAPP-Blog nachgezeichnet.

In den nächsten Stunden erscheint auf Twitter ein Foto, dass den wahrscheinlich ebenso verdutzen Beamten mit der Klobürste in der Hand zeigt. Bildunterschrift: “Bulle mit Klobürste in der Hand in der Tagesschau: Priceless”. Mehr als hundert Twitter-Nutzer verteilen das Foto weiter. Außerdem wird die Klobürste in ein bekanntes Bild des Streetart-Künstlers Banksy montiert, bei dem schon im Original ein Autonomer statt eines Böllers oder Pflastersteins einen Blumenstrauß wirft. Im St.-Pauli-Piratenlogo ersetzen Klobürsten die gekreuzten Knochen. Auch ein Ausschnitt des Videos wird in Sozialen Netzwerken weitergereicht.

Am Dienstagabend begegnet mir die Klobürste abends im Schanzenviertel auf der Straße: Ein Demonstrant trägt sie demonstrativ in der Hand.

Demonstrant mit KlobürsteAuch das ARD-Nachtmagazin greift das Thema noch einmal auf, inklusive O-Ton von mir. In einem Interview mit der BR-Jugendwelle Puls erläuterte ich das Thema ausführlich.

Andere Medien sind inzwischen auch eingestiegen, dpa verbreitet das St.-Pauli-Klobürstenlogo (Ursprung konnte ich nicht zweifelsfrei klären) über seinen Bilderdienst. Am Samstag ist die Klobürste bei einem “Brushmob” auf St. Pauli allgegenwärtig. Eine Frage aber bleibt:

Wer hat sich aber tatsächlich als erster eine Klobürste in den Hosenbund geschoben?

Trotz Film- und Fotokameras ist der Kontrollierte unbekannt. Was hat ihn dazu bewogen – wirklich die Spiegel-Geschichte über Klobürsten für die Elbphilharmonie zum Stückpreis von 292 Euro (die dann doch nicht bestellt wurden), wie manche vermuten? Stammt die Idee woanders her? Haben die Polizisten die Klobürste konfisziert? Das würde mich interessieren

Wenn sich jemand bei der von einer Bildagentur gefilmten und im Nachtmagazin gefilmten Szene erkennt oder Kontakt vermitteln, kann er oder sie sich gerne bei mir melden, natürlich vertraulich.


30. Chaos Communication Congress (30C3) in Hamburg

Mein Bericht von der Jahreskonferenz des Chaos Computer Clubs in Hamburg bei NDR.de: CCC-Congress: Hacker vs. Geheimdienste

Und der der Kollegin Carolin Fromm: Abseits des virtuellen – wenn Hacker basteln

Hamburger Polizei-Ballett: I got remixed!

Gestern habe ich einen unbedeutenden, aber auf seine Art vielsagenden Nebenaspekt der Rote-Flora-Demonstration in Hamburg mit dem Smartphone festgehalten.

Das Video wurde unter anderem vom (stark frequentierten) Hamburger Lokalblog Mittendrin und von Extra 3 verlinkt – und reizte offenbar zum Remixen.

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Ein Wortlaut-Protokoll in 6 Variationen

Natürlich, Journalisten sind keine Stenographen und im Print-Journalismus ist das sprachliche Glätten von Zitaten Alltag. Aber es ist schon faszinierend, wie deutlich bei verschiedenen Medien die wörtliche Wiedergabe eines offenbar sehr einprägsamen Zusammenstoßes zwischen dem Vater des toten NSU-Terroristen Uwe Mundlos und dem Vorsitzenden Richter Götzl im Detail voneinander abweicht.

tagesschau.de:

Als Götzl ihn laut zurechtweist, wird Mundlos patzig und verlangt nicht nur als Doktor, sondern auch als Professor angeredet zu werden.

Süddeutsche.de:

Mundlos nennt Götzl später auch noch “arrogant”, und im Übrigen möchte er bitte mit “Herr Professor” angesprochen werden. Götzl bleibt jedoch bei der Anrede “Herr Doktor Mundlos”.

Stern.de:

“Sie könnten mich ruhig Professor Mundlos nennen.” Götzls Reaktion: “Nein, ich nenne sie Doktor Mundlos, ich nenne Sie bei Ihrem Namen.”

FAZ:

“Sie müssen mich Professor Mundlos nennen.“ – „Nein, das muss ich nicht Herr Dr. Mundlos.“ – „Doch das müssen Sie, ich bin durchaus berechtigt, den Titel noch zu führen.“

Spiegel Online:

Mundlos erbost: “Was fällt Ihnen ein, mich so anzugehen? Sie können mich ruhig Professor Mundlos nennen!”
“Ich nenne Sie Dr. Mundlos, das ist Ihr Name!”
Mundlos nennt Götzl später auch noch “arrogant”, und im Übrigen möchte er bitte mit “Herr Professor” angesprochen werden. Götzl bleibt jedoch bei der Anrede “Herr Doktor Mundlos”.

Welt:

“Nennen Sie mich gefälligst Professor Mundlos.” Götzl verweigert das, bleibt beim “Doktor”. Und wird prompt vom emeritierten Professor als arrogant bezeichnet.

Die Zeit geht auf diesen Teil des Wortwechsels gar nicht näher ein, die taz konzentriert sich auf den inhaltlichen Teil der Zeugenaussage.

Nachtrag
Das SZ-Magazin hat in Heft 1/2014 ein ausführliches Wortprotokoll großer Teile des Prozesses veröffentlicht. Die Szene darin: (gleiche Autoren wie sueddeutsche.de)

Götzl: Wieso haben Sie das nicht mit Ihrem Sohn besprochen?
Mundlos: Sie sind ein Klugsch…
Götzl: (Unterbricht.) Was fällt Ihnen ein! Mich so anzugehen! Noch einmal, und Sie müssen mit Ordnungsmitteln rechnen, Herr Doktor Mundlos.
Mundlos: Sie dürfen mich ruhig Professor nennen.