Archive for the 'Themen' Category

Der Ex-Verfassungsgerichtsvorsitzende zur Vorratsdatenspeicherung

Die Pläne der Bundesregierung für eine erneute Einführung der Vorratsdatenspeicherung haben einen Internet-Nutzer dazu veranlasst, an ein Zitat des ehemaligen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten Ernst Benda zu erinnern.

Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen.

Bei Twitter sammelte der Ausspruch kräftig Favs und Retweets. Mir kam das Zitat gleich bekannt vor – aus einer Antwort in einem Interview, das ich 2007 für tagesschau.de mit dem mittlerweile verstorbenen Benda geführt habe (Teil 1, Teil 2). Anlass war damals das die bevorstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung – schließlich hatten die Karlsruher Richter unter Bendas Vorsitz 1983 sein berühmtes Urteil zur Volkszählung gefällt und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung herausgearbeitet. Ich will nicht ausschließen, dass Benda diese Formulierung noch an anderer Stelle gebraucht hat. Mir ist das aber nicht bekannt, und ich halte es auch für eher unwahrscheinlich. Auf jeden Fall hat sich das Zitat seitdem schon ziemlich verbreitet und wurde an verschiedenen Stellen aufgegriffen (zum Beispiel Bundeszentrale für politische Bildung, Wikiquote, die Linke, weitere Google-Treffer hier). Ich habe es also auch noch einmal auf die Reise geschickt:

Das Interview mit dem seinerzeit schon alten Benda ist mir durch seine präzisen, abwägenden Antworten im Gedächtnis geblieben. Vollständig lautet die zitierte Stelle so:

tagesschau.de: Aber einem völlig unauffälligen potenziellen Straftäter könnten wir auch mit Vorratsdatenspeicherung kaum auf die Spur kommen. Die Kritiker meinen, stattdessen werde jeder Bürger unter einen Generalverdacht gestellt.

Benda: Ein vollkommen richtiges Gegenargument. Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen. Den Polizei- oder Überwachungsstaat wollen wir nicht. Aber wir wollen, dass der Staat seine Sicherheitsaufgaben angemessen erfüllt. Zwischen diesen beiden Polen ist der Mittelweg zu suchen – eine Entscheidung, die in einem Polizeistaat sicherlich leichter fiele. Andererseits haben die vorliegenden Modelle von Staaten, die man als Polizeistaaten bezeichnen kann, es auch nicht besser geschafft als die freiheitlichen Demokratien, die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten – manchmal sogar im Gegenteil.

Journalisten und die Angst vor dem V-Wort

Vor kurzem beschäftigte sich das News Impact Summit in Hamburg, organisiert vom European Journalism Centre und Google, mit der Verwendung von Social-Media-Inhalten durch Journalisten, insbesondere deren Überprüfung, sprich der Verifikation von (angeblichen) Augenzeugen-Berichten.


Mehr dazu von mir gibt es bei ZAPP (“Der Wilde Westen der Internet-Augenzeugen”) und eher praktisch orientiert bei N-JOY (“Mit fünf Fragen Foto-Fakes entlarven”).

Ein schönes Zitat, dass den Unterschied zwischen medienethischen Sonntagsreden und dem Alltag am journalistischen Fließband verdeutlicht, hat es in keinen beiden Texte geschafft:

Noch mehr ausgewählte Tweets zur Veranstaltung hat Peter Jebsen gesammelt.

Was geht mit WhatsApp?

Für ZAPP habe ich kurz notiert, welche Fragen sich Medien stellen müssen, wenn ein neuer Kanal wie WhatsApp am Horizont erscheint. Ein Film der Kolleginnen Caroline Ebner und Kathrin Drehkopf stellt das Beispiel der “Heilbronner Stimme”  vor, die zum 70. Jahrestag eines verheerenden Bombenangriffs auf die Stadt die Geschehnisse von damals per WhatsApp nach erzählt haben.

Social Media Week Hamburg

Am 24. Februar bin ich auf der Social Media Week zu einer Diskussion mit dem schönen Titel “Warum twitterst du denn so viel?” eingeladen. Der NDR ist Medienpartner und organisiert selbst noch einige weitere Veranstaltungen im Rahmen der SMWHH.

Eine sehr lange E-Mail-Adresse und mehr als 1000 Retweets

… wie und warum, erkläre ich bei onlinejournalismus.de als Storify-Sammlung.

Nachrichten auf Instagram: ‘Heute’ macht’s vor

Ich bin sehr angetan von dem, was die Kollegen vom ZDF da veranstalten – trotz einzelner Kritik im Detail.
(onlinejournalismus.de)

ZDFHeute-Profil auf Instagram (Screenshot)

Krautreporter müssen jetzt liefenr

[Nachtrag] Steffen Grimberg und ich zum erreichten Funding-Ziel der Krautreporter:

Ja, wir haben mitgefiebert, ob die “Krautreporter” es schaffen, genügend Unterstützer für ihren Plan zu finden.

Und ja, wir haben uns vor ein paar Tagen auch in die Unterstützer-Crowd eingereiht und verpflichtet, beim Zustandekommen zahlungspflichtiger Leser der Plattform zu werden (Mindesteinsatz: 60 Euro für ein Jahr).

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